| Partnerschulen |
1983 - 2010: 27 Jahre Partnerschaften der Max-Beckmann-Oberschule mit US-High-SchoolsIn den letzten rund 27 Jahren hat der Jugend- und Schüleraustausch mit den USA auf allen Ebenen stark zugenommen. Schulpartnerschaften, Austauschprogramme für Schüler und Studenten, von kommerziellen Unternehmen organisierte Einzelaufenthalte haben dafür gesorgt, dass die gegenseitige Kenntnis und das Verständnis füreinander besser sind als sie es ohne die genannten mannigfaltigen Kontakte wären. "Verständnis" schließt Unverständnis allerdings nicht aus - siehe die Auseinandersetzungen im Winter 2002/03 um den Irakkrieg, mit dem die damalige US-Regierung u.a. in Kauf nahm, dass viele den USA wohlgesonnene Europäer an dem Land verzweifelten.Der Autor dieses Beitrags wird nie vergessen, wie 1982/83 an der Max-Beckmann-Oberschule die Reaktionen waren, als er ankündigte, er sei auf der Suche nach einer Partnerschule in den USA. Die damalige Schulleitung unterstützte das Vorhaben weitgehend, es gab aber durchaus auch kritische Stimmen, denn die Reise würde ziemlich teuer werden. Geht das an einer Gesamtschule, eine Reise für einen Preis von über 2000 DM? Geht es, Schülerinnen und Schüler für einen Zeitraum von insgesamt 4 Wochen aus dem Unterricht zu nehmen? Dazu muss man wissen, dass in den frühen 80er Jahren Partnerschaften mit US-Schulen sehr selten waren, nur Schulen wie die Kennedy-Schule in Zehlendorf oder andere lang etablierte Gymnasien hatten so etwas. Zur zeit ist die Max-Beckmann-Oberschule die einzige Schule in Reinickendorf, die eine Partnerschaft mit einer US high school hat. Man lernt viel, wenn man eine Partnerschaft mit einer US-Schule aufbauen will. Z.B. ist es schwer, überhaupt eine Schule in den USA zu finden. Das Interesse ist auf deutscher Seite viel stärker als in den USA. Das hängt auch damit zusammen, dass US-Amerikaner viel weniger reiselustig sind, vielleicht auch ängstlicher sind zu reisen als Europäer.
Unsere Besuchsgruppe in Rio Rico im Jahre 2003 "Auf den letzten Drücker" meldete sich dann im Frühjahr 1983 eine Schule aus Stockton in Kalifornien, und im Juni 1983 konnte die erste Expedition starten. Vorneweg ein stolzer und völlig übermüdeter Lehrer, der glaubte, er träume, als der Pilot am Ende eines langen Fluges vor der Landung sagte:"Welcome to San Francisco!"Fast alle der ca. 230 Schülerinnen und Schüler, die an den mittlerweile 11 Reisen teilgenommen haben, waren begeistert. Bei Ehemaligentreffen sind die Reisen immer wieder Thema. Warum? Die Reisen sind so organisiert, dass sie sowohl Einblicke in den Lebensalltag in den USA ermöglichen als auch Eindrücke von den unvergleichlichen Naturschönheiten im Westen des Landes vermitteln (Grand Canyon, Supai Canyon, Yosemite, drei Gruppen schafften es sogar bis zum Yellowstone Park in Wyoming). Ein Höhepunkt der meisten Reisen war ein Besuch in San Francisco, einer der schönsten Städte der Welt. Manchmal hatten die begleitenden Lehrkräfte Bedenken, ob ihre Schützlinge nicht von zu vielen verschiedene Eindrücken begeistert zu sein hatten. Die Rundfahrten im Anschluss oder vor den Familien- und Schulaufenthalten machen die Reisen insgesamt natürlich relativ kostspielig. Der Schwerpunkt der Aufenthalte liegt aber bei der Begegnung mit amerikanischen Familien und Jugendlichen, die man während des Besuchs der Partnerschule kennen lernt. Die Max-Beckmann-Oberschule hat seit 2001 eine Partnerschule in Rio Rico/Arizona. Der Ort liegt etwa eine Autostunde südlich von Tucson, zehn Minuten von der mexikanischen Grenze entfernt. Was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist - rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Rio Rico waren schon zu Besuch hier in Berlin. Das hängt damit zusammen, dass ein äußerst emsiger Kollege dort für das Fach Deutsch einen allseits respektierten Platz erarbeitet hat. Wir hoffen stark, dass die Partnerschaft sich weiter so positiv entwickeln wird. Die 11. Reise von Schülerinnen und Schülern der Max-Beckmann-Oberschule in die USA fand im Herbst 2009 statt, den bisher letzten Besuch aus Rio Rico konnten wir Ende Mai 2008 begrüßen, ein Besuch im Mai/Juni 2010 ist angekündigt.
W. Gehlen |


