Start Schülerfahrten USA 2009 oder mit Nutella in den Grand Canyon ....
30 | 07 | 2010
USA 2009 oder mit Nutella in den Grand Canyon ....
Das Thema "Nutella im Grand Canyon" war eines der wenigen, bei dem die schon ziemlich erwachsenen Begleitlehrer W. Gehlen und B. Lange am Lebensstil ihrer jugendlichen Schützlinge während der letzten Austauschreise in die USA ernsthaft etwas auszusetzen hatten. Wie kann man nur diesen klebrigen Fugenfüller mit in den Grand Canyon nehmen und auch noch essen??
HavaSupaiAbgesehen davon lösten die 22 Schülerinnen und Schüler, die den gesamten Monat Oktober 2009 in den USA verbrachten, viele Aufgaben des intensiven und extensiven Programms mit Bravour.  Vor allem den Aufenthalt in den Gastfamilien und in der Schule in Rio Rico bewältigte die Gruppe mit einer sehr angenehmen Mischung aus Offenheit, Zurückhaltung, Toleranz, Neugier und  -  jawohl  - Charme. Thumb up, USA 09!

Was heißt hier "intensives und extensives Programm"? Das ging so: Nach dem Transatlantik-Flug Landung in Salt Lake City. Die erste Begegnung mit dem "Land der Freien" in Gestalt von Fragebögen, Online-Anmeldung und Verbrecheralbum-Datensammelei am New Yorker Flughafen war schon vergessen. Am nächsten Morgen gleich für ein paar Stunden in den Kleinbus rein, wobei als Nebeneffekt die mitmenschlichen Kontakte gepflegt werden konnten - die Kleinbusse sind noch enger als die Holzklasse-Sitzreihen der Transatlantik-Flieger! Die Tatsache, dass einige Gepäckstücke größer waren als einige Mitreisende, sorgte für zusätzlichen Druck. Die Fahrt ging immer bergauf Richtung Kanada bis zum Yellowstone Park in Wyoming, und sieh da, dort war am 3. Oktober schon Winter. Das erwies sich aber als Glücksfall, denn die winterlichen Temperaturen im Zusammenspiel mit dem Schnee und den zahlreichen heißen Quellen im Park erzeugten eine einmalige Atmosphäre und höchst reizvolle Fotomotive. Leider verhinderten Straßenbau-Maßnahmen einen Besuch der Sinter-Terrassen im Park (Mammoth Hot Springs), die unter den Winter-Bedingungen sicher auch einen spektakulären Anblick geboten hätten.ContinentalDivide2

Der vierte Aufenthaltstag war dem beliebten Geographiebuch-Motto "Amerika - Kontinent der Gegensätze" (welcher Kontinent hat eigentlich keine Gegensätze?) gewidmet. Morgens Abfahrt im Schnee in West-Yellowstone, abends, nach einem Flug von Salt Lake City nach Arizona, poolplanschen in einer Nobel-Unterkunft im sommerlich warmen Phoenix, einer unendlichen Agglomeration von bebauten Planquadraten im Wüsten-Nichts.

Aber was ist das alles gegen Las Vegas?? Gigantische Reproduktionen von Allem und Jedem, zur Zeit ist ein Resort mit durchaus gediegenem Venedig-Canale-Grande-Piazza-San-Marco-Palazzo-Ducale-Abklatsch und 7000 Zimmern der größte Hotelkomplex der Welt. Markenbesessene Shopper finden wohl nirgendwo auf dem Globus ein solch riesiges Betätigungsfeld wie in "Tinsel-Town" Las Vegas, allerdings gelingt es auch den einschlägigen "outlet malls", Resteverwertung als Shopping-Erlebnis zu verkaufen. HCp1

Weiter zum Grand Canyon - vier Übernachtungen am und in diesem atemberaubenden Naturmonument hatten die Begleitlehrer vorgesehen, manchmal hatten sie den Eindruck, eine halbstündige Autofahrt am Rand des Canyon entlang, vielleicht ein Stopp, um eines der allseits beliebten Arm-in-Arm Grinsfotos für Facebook, Studi-VZ oder My space zu schießen, hätte es auch getan.  Jedenfalls kam das Konzept der Begleitlehrer, dass man sich den Grand Canyon zu Fuß auch erarbeiten muss, dass die spektakulärsten Perspektiven sich beim "Latschen" im Canyon bieten, nur bei den meisten, nicht bei allen Mitreisenden so richtig gut an. Auch der Besuch im Indianerdorf Supai Village mit seinen einmaligen Wasserfällen und seinen unhandlichen Bewohnern war nicht so ganz einfach zu bewältigen - manchen half dabei das mitgebrachte Nutella ...

Die Spannung in den Bussen vor der ersten Begegnung mit den Gastfamilien war verständlicherweise sehr groß.  Wie würden sich die Gastgeber verhalten, würde man überhaupt etwas verstehen, weil die alle Spanisch sprechen? Würde man auf eine "Tussi" treffen, die morgens noch länger vor dem Spiegel sitzt als man selbst?
Wenige Tage nach der ersten Begegnung auf einem echt idyllischen Parkplatz in Phoenix/Arizona waren in den allermeisten Fällen diese Bedenken hinfällig. Es lebe die "amerikanische Oberflächlichkeit" - wir wurden von dieser "Oberflächlichkeit" (und einem richtig angenehm anstrengenden Programm)  regelrecht überwältigt und fühlten uns in Rio Rico, Arizona, sehr willkommen und mit unverbildeter herzlicher Gastfreundschaft aufgenommen.  Deshalb heißen wir den Gegenbesuch aus Rio Rico, der für Ende Mai/Anfang Juni vorgesehen ist,  jetzt schon herzlich willkommen.    bye4

hamburgerAm Ende der Reise stand noch ein Besuch von San Francisco. Ehe ich in hemmungslose Schwärmerei über diese wunderbare Stadt verfalle, mache ich lieber Schluss ... Dass San Francisco wunderbar ist und es dort hervorragende Hamburger gibt, dieses Urteil einte dann Jung und Alt an den letzten Tagen der Reise wieder vollständig.
W. Gehlen
 
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